CMD - Fehlfunktion im Zusammenspiel der Kiefer
Was bedeutet CMD?
Die Abkürzung CMD steht für craniomandibuläre Dysfunktion und bedeutet eine Fehlfunktion zwischen Ober- und Unterkiefer. Wir nutzen dieses System täglich z.B. zum Sprechen, Kauen, Trinken, Gähnen, Lachen, Küssen und vieles mehr. In den Ruhephasen haben Kaumuskeln und Kiefergelenke Zeit zum Entspannen.
Der Begriff CMD ist sehr vielschichtig.
Symptome können im ganzen Körper beobachtet werden.
Typisch sind Beschwerden/Schmerzen an Augen/Ohren, Nacken/Kopf, Zähne/Gebiss, Kiefer/Hals, Rücken/Beine, Körper/Seele.
In der Regel entstehen die Störungen in diesem Bereich durch fehlende Regeneration und Überbelastungen.
Chronische Schmerzen länger als 3 Monate können für eine Fragmentierung des gesunden Schlafs verantwortlich sein und somit auch zu Schlafstörungen mit allen Konsequenzen führen.
Um eine CMD bestmöglich zu therapieren, ist meist eine enge Zusammenarbeit zwischen behandelndem Zahnarzt, Hausarzt, Facharzt und Physiotherapeuten notwendig. Oftmals sind Zahnärzte nicht die erste Anlaufstelle, da die Ursachen der Schmerzen nicht immer im Mund/Kiefergelenk, sondern am schmerzenden Körperteil vermutet werden.
Der Zahnarzt legt vor allem sein Augenmerk auf das Kiefergelenk, die Kaumuskulatur und die Zähne.
Etwa 70% der Deutschen leiden regelmäßig unter Kopf-, Nacken oder Rückenschmerzen, mal weniger, mal mehr. Diese Körperregionen sind am häufigsten von Schmerzen betroffen, die zudem meist über Jahre andauern, weil die Ursachen nicht eindeutig festgestellt werden können. Viele Betroffene wissen nicht einmal, dass die Ursachen auch in einer Funktionsstörung des Kiefergelenks und des Kauorgans begründet sein können.
Doch nicht jedes Knacken oder eine Abweichung der Zahnreihe besitzt dabei einen behandlungsbedürftigen Krankheitswert. Eine Funktionsstörung kann vielerlei Ursachen haben und muss sorgfältig analysiert werden.
Zähneknirschen (Bruxismus)
Zähneknirschen kann für den Zahnarzt ein Indiz für eine CMD sein.
Als Bruxismus bezeichnet man das unbewusste Pressen und Knirschen der Zähne vorwiegend während des Schlafs. Es handelt sich dabei um unbewusste Bewegungsabläufe, erworbene Angewohnheiten oder Parafunktionen, wie Wangen-, Lippenbeißen oder Fingernägelkauen.
Für solche unbewusst herbeigeführten Bewegungsstörungen gibt es eine Fülle an Ursachen. Diese setzen sich immer auch aus dem individuellen Befinden, Lebensstil und Umfeld des Betroffenen zusammen.
Neben physischen Gründen können auch zentralneurologische und psychogene Faktoren ursächlich sein. Dazu zählen starke seelische und geistige Anspannung, körperlicher und emotionaler Stress, Depressionen und Angstzustände. Diese werden während des Schlafs, in der Zeit, in der das Bewusstsein ruht, verarbeitet.
Auch Reize aus der Umwelt (z.B. anhaltender Lärm), welche die neuralen Verbindungen tagsüber in Anspannung versetzen, müssen vom Gehirn in der Nacht verarbeitet werden.
Bruxismus kann Schmerzen an den Zähnen, den Kiefergelenken und der Kaumuskulatur hervorrufen. Aufgrund der Überbelastung der Kaumuskulatur sind auch Verspannungen im Kopf-, Nackenbereich typisch.
Die mechanischen Auswirkungen von Bruxismus sind enorm. Da der Körper durch muskuläre und nervale Strukturen mit dem Kauorgan in Verbindung steht, wird jede noch so minimale Abweichung von der Norm vom Kausystem bzw. dem Körper wahrgenommen. Die Veränderung der Bisslage kann die Kaumuskulatur soweit traumatisieren, dass es zu einer erhöhten Muskelspannung kommt. Durch diese können einzelne Muskelbereiche verhärten. Akute oder chronische Schmerzen und Beschwerden können ausgelöst werden.
Neben muskulären Verspannungen kann Bruxismus auch Folgen auf andere Bereiche des Körpers wie die Beine oder den Rücken haben. Auch die Psyche kann in Form von Schlafstörungen oder nervlicher Belastung betroffen sein.
Zahnarztpraxis
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