Leiden Sie oder Ihr Partner unter Schlafstörungen?
Schnarchen Sie?
Haben Sie oder Ihr Partner Atmungsunregelmäßigkeiten im Schlaf beobachtet?
Leiden Sie unter Tagesschläfrigkeit?
Schlafstörungen
Schlafstörungen können zur Erkrankung und zur Ermüdung des Körpers mit unzureichender Wachheit am Tag und Einschränkung der Leistungsfähigkeit führen. Ein gesunder Schlaf besteht aus mehreren Schlafstadien (wach, verschiedene Tiefschlafphasen und Traumschlaf), die sich in einem bestimmten Muster 3-5 mal wiederholen. Dabei hat jede Schlafphase Auswirkungen auf den Körper. Zur Erholung des Körpers müssen alle Schlafstadien durchlaufen werden. Die ersten 4 Stunden des Schlafs sind die wichtigsten.
Schlafstörungen haben zur Folge, dass die physiologische Struktur des Schlafs zerstört und die Erholungsfunktion behindert wird. Es gibt unterschiedliche Gründe für Schlafstörungen. Sie können organischen Ursprungs sein oder aufgrund mangelnder Schlafhygiene auftreten. Weiterhin können sie einen psychologischen oder pharmakologischen Aspekt aufweisen oder es kann eine psychiatrische Erkrankung vorliegen.
Schnarchen (Habituelle Rhonchopathie)
Das sozial störende Schnarchen ohne Atmungsunregelmäßigkeiten hat zunächst allein genommen keinen Krankheitswert, keine medizinische Therapieindikation. Hier kann jedoch je nach Schweregrad die Lebensqualität von Patient und Partner stark beeinträchtigt werden. Durch die Einengung der oberen Atemwege kann sich ein reines Schnarchen zu einer obstruktiven Atmungsstörung entwickeln.
Atmungsunregelmäßigkeiten (das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom)
Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) ist eine schlafbezogene Atmungsstörung. Sie entsteht durch eine starke Entspannung der ringförmigen Muskulatur um die oberen Atemwege im Schlaf. Dadurch ist der Nasen- bzw. Mundrachen nicht mehr in der Lage, dem beim Einatmen in der Lunge und Bronchien entstehenden Unterdruck genug Widerstand entgegenzusetzen. Der obere Teil der Atemwege fällt zusammen und es kommt zu einer Behinderung (Obstruktion) ebendieser. Krankhafte Atemstillstände dauern länger als 10 Sekunden, wodurch der Sauerstoffgehalt des Blutes abfällt.
Dies führt erstens zu einer Mangelversorgung der Gewebe im Körper und im Gehirn und zweitens zu einem erhöhten CO2-Spiegel im Blut. In Folge des stark ansteigenden CO2-Spiegels kommt es zu einer Weckreaktion des Körpers, aufgrund derer die Atmung dann wieder einsetzt. Meist erinnert der Patient sich nicht an diese Reaktion. Die physiologische Struktur des Schlafs wird zerstört und die Erholungsfunktion behindert. Kennzeichen der OSAS sind Schnarchen, (fremdbeobachtete) Atmungsunregelmäßigkeiten im Schlaf und Tagesschläfrigkeit. Schlafbezogene Atmungsstörungen sind unabhängiger Risikofaktor u.a. für arterielle Hypertonie, Vorhofflimmern, Herzinsuffizienz, Schlaganfall, Diabetes mellitus u.a. Schlafbezogene Atmungsstörungen erhöhen die Mortalität. Die Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz und im Straßenverkehr wird beeinträchtigt.
OSAS-bezogene Unfälle insgesamt pro Jahr: 810 000
OSAS-bezogene tödliche Unfälle pro Jahr: 1400
Tagesschläfrigkeit
Die individuelle Tagesschläfrigkeit kann durch den Epworth Sleepiness Scale (ESS), in einem Fragebogen ermittelt werden.
Therapie mit der Unterkieferprotrusionsschiene
Eine Unterkieferprotrusionsschiene ist ein modernes Zweischienensystem. Man setzt vor dem Einschlafen je eine Schiene auf die Ober- und Unterkieferzahnreihe. Die Zweischienensysteme halten den Unterkiefer vorn. Daher resultiert auch die Bezeichnung Unterkieferprotrusionsschiene (Unterkiefervorschubschiene). Diese Schienen positionieren Unterkiefer, Zunge und weitere Strukturen nach vorne und öffnen den Biss, sodass es zu einer Öffnung des Pharynxlumens kommt, der Atemwiderstand abnimmt und die Atemwege im Schlaf mechanisch offengehalten werden. Die oberen und unteren Schienen sind mit Verbindungselementen versehen. Dadurch sind sie gegeneinander verschieblich. Durch Vorschrauben kann man den Unterkiefer im Nachhinein noch stufenlos nach vorn verlagern, falls noch respiratorische Ereignisse verbleiben. Je nach Befundlage sucht der Zahnmediziner den für den Patienten geeigneten Schienentyp aus.
Unterkieferprotrusionsschiene Typ SomnoDent® der Firma SomnoMed
Wir verwenden seit Jahren die Unterkieferprotrusionsschienen SomnoDent® der Firma SomnoMed zur Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe und/oder des Schnarchens. Dieses System ist auch für Patienten mit kurzen Zähnen, bei Implantaten, bei Brücken oder im zahnlosen Oberkiefer geeignet. Durch die Sonderkonstruktion kann sich die obere Schiene wie eine Vollprothese ohne Zähne auf der Schleimhaut festsaugen. Ober- und Unterkiefer sind nicht fest miteinander verbunden, sondern werden durch eine sogenannte seitliche Flossenkupplung gehalten.
Um festzustellen, ob eine Unterkieferprotrusionsschiene bei ihnen zum Erfolg führen kann, muss zunächst eine eingehende Untersuchung durch einen Facharzt erfolgen. Dieser wird je nach Schweregrad eine Polygraphie, ein ambulantes Monitoring vornehmen oder sie zu einer weitergehenden Untersuchung in ein Schlaflabor überweisen.
Seit 01.01.2022 ist die Unterkieferprotrusionsschiene als Zweitlinientherapie Bestandteil der kassenzahnärztlichen Versorgung bei gegebener Indikation und Überweisung durch einen schlafmedizinisch weitergebildeten Mediziner.
Die gegebene Indikation für die Unterkieferprotrusionsschiene als Kassenleistung ist die behandlungsbedürftige obstruktive Schlafapnoe. Eine CPAP-Therapie kann nicht erfolgreich angewandt werden.
Die Therapie einer leichtgradigen obstruktiven Schlafapnoe ohne Indikation für eine CPAP-Therapie oder einer primären Rhonchopathie (reines Schnarchen) ist keine Kassenleistung und ist somit eine Privatleistung.
Dr. Kathrin Schmidt ist DGZS-zertifiziert im Tätigkeitsschwerpunkt Zahnärztliche Schlafmedizin und berät Sie gerne.
Ihr Praxisteam Dr. Victoria Diepgrond und Dr. Kathrin Schmidt
Zahnarztpraxis
Dr. med. dent. Victoria Diepgrond
Dr. med. dent. Kathrin Schmidt
Aktienstraße 8
56626 Andernach
Tel.: +49 2632 1563
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